Das Klopfen im Auto ihres Vaters

Das erste, was das Mädchen sah, war eine Frau, die einen verängstigten Hund am Halsband rückwärts zog.

Der große Hund wehrte sich verzweifelt, seine Krallen schabten über den Parkplatz, als er immer wieder auf eine geparkte Limousine zusprang.

„Hör auf, ihm weh zu tun!“

Das Mädchen rannte herein und schlug der Frau die Hand weg.

Sie ließ sich neben den Hund fallen und schlang beide Arme um ihn.

Die Frau wich atemlos zurück.

„Holt ihn weg von dem Auto!“

Das Mädchen funkelte sie wütend an.

„Was stimmt nicht mit dir?“

Bevor die Frau antworten konnte, riss sich der Hund los.

Er rannte direkt zurück zur Limousine.

Nicht bis zur Tür.

Zum Kofferraum.

Er kratzte wild an dem Metall und bellte, bis sein ganzer Körper zitterte.

Das Mädchen wandte sich gegen die Frau.

„Was hast du ihm angetan?“

„Nichts“, flüsterte die Frau.

Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck.

“Hören.”

Der Hund hörte plötzlich auf zu bellen.

Schweigen.

Aus dem Inneren des geschlossenen Kofferraums war ein leises Klopfen zu hören.

Dann noch einer.

Das Mädchen blickte langsam auf das Nummernschild hinunter.

Ihr Gesicht war völlig farblos.

„Das ist das Auto meines Vaters.“

Das Mädchen konnte sich nicht bewegen.

Sie starrte auf den Kofferraum, während der Hund steif neben ihr stand, die Ohren nach vorn gerichtet, und schwer atmete.

Dann ertönte eine gedämpfte Stimme aus dem Inneren.

Zu schwach, um es zu verstehen.

Das Mädchen rannte auf das Auto zu.

“Papa?”

Keine Antwort.

Sie presste beide Hände gegen den Baumstamm.

„Papa, ich bin’s!“

Die Frau packte ihren Arm.

“Warten.”

Das Mädchen wirbelte herum.

“Was?”

Die Lippen der Frau zitterten.

„Ich habe Ihren Vater vor einer Stunde aus diesem Auto aussteigen sehen.“

Das Mädchen erstarrte.

„Das ist unmöglich.“

„Ich sah ihm nach, wie er wegging.“

Aus dem Inneren des Kofferraums war ein weiteres Geräusch zu hören.

Diesmal kein Knockout.

Ein gequältes Flüstern.

Das Mädchen beugte sich näher.

“Papa?”

Der Hund wich plötzlich zurück.

Sein Körper sank.

Ein tiefes Knurren ersetzte das Bellen.

Die Frau starrte ihn an.

„Warum tut er das?“

Dann ertönte ein leises, metallisches Klicken.

Der Kofferraumverschluss wurde von innen betätigt.

Der Deckel hob sich weniger als einen Zoll.

Das Mädchen streckte die Hand danach aus.

Doch der Hund sprang zwischen sie und das Auto und knurrte noch lauter als zuvor.

Und aus der Dunkelheit unter dem kaum geöffneten Koffer drang die Stimme ihres Vaters.

„Lass es nicht raus.“

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